Sozialmedizinische Beurteilung in der Rehabilitation

Die Anforderungen an die sozialmedizinische Beurteilung in der medizinischen Rehabilitation steigen stetig. Ein fundiertes Wissen über sozialmedizinische Grundlagen und Bewertungskriterien ist deshalb unerlässlich. Vor diesem Hintergrund lud die Kirchberg-Klinik in Bad Lauterberg am 22.07.2025 Frau Prof. Dr. Muschalla, Leiterin der Abteilung Klinische Psychologie, Psychotherapie und Diagnostik der Technischen Universität Braunschweig, als Referentin für eine Schulung des medizinischen und therapeutischen Personals ein. An der Fortbildung nahmen Ärztinnen und Ärzte, Psychologinnen und Psychologen, sowie Therapeutinnen und Therapeuten unterschiedlicher Fachrichtungen teil.

Die Chefärztin der psychosomatischen Fachabteilung der Kirchberg-Klinik, Frau Dr. Buchenau, begrüßte die Referentin und betonte: „Eine fundierte sozialmedizinische Beurteilung ist ein zentraler Bestandteil jeder erfolgreichen Rehabilitation. Sie entscheidet nicht nur über die adäquate Weiterversorgung der Patienteninnen und Patienten, sondern beeinflusst auch maßgeblich deren Teilhabechancen am Arbeitsleben und in der Gesellschaft.“

Zu Beginn widmete sich Frau Prof. Dr. Muschalla der bio-psychosozialen Perspektive der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF). Die Codierung dieser komplexen Klassifikation ist im klinischen Alltag bislang kaum praktikabel, daher entwickelten Frau Prof. Dr. Muschalla und Herr Prof. Dr. Linden (Leiter der Forschungsgruppe Psychosomatische Rehabilitation an der Charité Universitätsmedizin Berlin)  auf Basis der ICF das Mini-ICF-APP – ein Ratinginstrument zur Erfassung von Aktivitäts- und Partizipationsstörungen bei psychischen Erkrankungen.

Neben den theoretischen Grundlagen lag der Fokus auf praktischen Fallbeispielen im Kontext der Anwendung des Mini-ICF-APP sowie der Formulierung von Reha-Entlassungsberichten mit präzisen sozialmedizinischen Stellungnahmen. Hier wurde insbesondere die Wichtigkeit einer präzisen Berufsanamnese hervorgehoben, um diese mit den Fähigkeiten der Patienten abgleichen zu können.

Die Schulung ist Teil eines umfassenden Fortbildungsangebots in der Kirchberg-Klinik und fördert die Fachkompetenz des Personals, Beeinträchtigungen der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden besser zu erfassen und angemessen sozialmedizinisch zu bewerten. Auf diese Weise wird die Qualität der Rehabilitationsleistungen in der Bad Lauterberger Klinik laufend verbessert und die Teilhabeorientierung im Sinne der Rehabilitation gestärkt.